Wer sich in seiner Freizeit liebend gern im Garten herumtreibt, sich um junge Pflanzen kümmert und sich mit viel Ruhe und Muße dem Gemüsegarten widmet, kennt das Problem. Der Spinat wächst plötzlich schier unhaltbar in die Höhe und bildet Blüten. Dieses Phänomen mag zwar schön aussehen, hat aber einen klaren Einfluss auf den Geschmack der Blätter. Es wird deshalb nur von den wenigsten Hobbygärtnern mit offenen Armen willkommen geheißen. Umso wichtiger zu wissen, dass es sich bei dem plötzlichen Wachstum nicht um eine Krankheit handelt. Stattdessen ist der sogenannte Schoss sogar ein ganz normaler Teil des Lebenszyklus, der darauf hindeutet, dass es mit der Ernte zu Ende geht. Wer Bescheid weiß, kann trotzdem einiges retten, weshalb ein bisschen Fachwissen für viel Spinat auf dem eigenen Teller sorgen kann.
Der Lebenszyklus des Spinats
Beim Spinat handelt es sich um eine einjährige Pflanze, die nach einer bestimmten Wachstumsphase in die sogenannte generative Phase übergeht. Das bedeutet, dass statt grüner Blätter nun Blüten und Samen entstehen, sodass sie sich mit Blick auf das nächste Jahr fortpflanzen kann. Spannend ist, dass sie sich dabei nach der Sonneneinstrahlung richtet, denn Spinat ist eine sogenannte Langtagpflanze. Werden die Tage im Mai und Juni länger, signalisieren die vielen Tageslichtstunden dem Spinat, dass es Zeit für die Fortpflanzung ist. Ist es besonders heiß, kann dieser Vorgang auch schneller passieren, sodass Temperaturen über 20 Grad die Entstehung der Blüte beschleunigen. Auch Trockenheit, Hitze, Nährstoffmangel, zu dichter Stand und sogar unregelmäßiges Gießen können bei der Pflanze für Stress sorgen. All diese Faktoren gilt es zu beachten, wenn man im eigenen Garten das meiste aus seinem Spinat herausholen möchte.
Die rechtzeitige Ernte
Nun lieben die meisten Menschen den eigenen Spinat für seinen unverkennbaren Geschmack. Ob frisch im Salat oder gedünstet aus der Pfanne: Ein paar Büschel eigener Salat sind in der Hobbyküche etwas ganz Besonderes. Doch sobald der Spinat blüht, ändern sich seine Struktur und sein Geschmack. Plötzlich werden die Blätter derb und bitter. Und obwohl sie ihren Nährstoffgehalt behalten, verlieren sie ihre Zartheit. Das liegt daran, dass der Spinat seine gesamte Energie in die Bildung der Samen steckt. Hobbygärtner sollten also nie bis zum Ende des Sommers warten und darauf hoffen, eine große Ausbeute zu ernten, da mit der Zeit der Moment kommen wird, in dem der Spinat nicht mehr wirklich zum Verzehr dient. Ein guter Tipp ist deshalb, die jungen Blätter unmittelbar vor der Blüte zu ernten, wenn sie noch mild sind.
Der Wert einer blühenden Pflanze
Und wenn man den entscheidenden Moment verpasst? Blüht der Spinat, kann er auch anders genutzt werden als in der Küche. Lässt man die Blütenstände reifen, bis sie braun werden, kann man die Samen abnehmen, trocknen und bis zur nächsten Saison aufbewahren. So hat man einen guten Vorrat an Spinatsamen für das neue Jahr und kann sie zwischen März und April oder auch im August schon für eine Herbsternte wieder aussäen. Zudem ist Spinat eine sehr bienenfreundliche Pflanze. Wer Platz hat, kann einige Pflanzen stehen lassen. Blühender Spinat ist also ein Zeichen von Reife, nicht von Fehlern. Und selbst wenn Spinat blüht, lässt sich der Gartenplatz sinnvoll nutzen – ob als Bienenweide, Samenspender oder Schattenpflanze für die nächste Generation.
